ASSURED 2011

Zusammengefasster Konzernlagebericht

 

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Weltwirtschaftliche Entwicklung

Die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft hat sich im Laufe des Jahres 2011 stetig abgeschwächt. Gleichzeitig führten erhöhte Unsicherheit und zunehmende Spannungen an den Finanzmärkten dazu, dass sich das Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher in die Finanzsysteme zum Jahresende weltweit verschlechterte. Das meldet die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem aktuellen Bericht. Ähnlich beschreibt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2011, betont jedoch, dass er die Entwicklung in dieser Form nach dem Aufschwung des Jahres 2010 nicht erwartet hatte. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hält fest, dass die Wirtschaft der Industriestaaten 2011 besonders langsam wuchs, während die Schwellenländer ein kräftiges Wachstum verzeichneten, allerdings mit sinkenden Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahr. 

In der Region Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA) wirkten sich 2011 die Spannungen an den Finanzmärkten im Eurogebiet dämpfend auf die Konjunktur aus, so die EZB. Insbesondere im vierten Quartal war demnach in den Euroländern eine schwächere Wirtschaftstätigkeit zu erwarten. Ungünstig wirkte sich vor allem die nachlassende globale Nachfrage an den europäischen Finanzmärkten aus, durch die sich die allgemeinen Finanzierungsbedingungen verschlechterten. Die OECD spricht für den Euroraum 2011 sogar von einer „milden Rezession“, verursacht durch die nachlassende Inlands- und Auslandsnachfrage. In denjenigen Staaten des Nahen Ostens und Afrikas, die im Laufe des Jahres keine größeren sozialen Unruhen erlebten, stützten dagegen die hohen Energiepreise und die robuste Nachfrage aus den Schwellenländern das Wirtschaftswachstum, meldet die EZB. 

In der Region Amerika fiel das Wirtschaftswachstum in den USA über das Gesamtjahr hinweg am schwächsten aus, obwohl dort laut EZB im dritten Quartal noch eine vorübergehende Erholung zu verzeichnen war. Nach Einschätzung des IWF war die Schwäche darin begründet, dass die staatlichen Maßnahmen zur Konjunkturförderung keine ausreichende Nachfrage von privater und unternehmerischer Seite hervorzurufen vermochten. Von den übrigen amerikanischen Ländern meldeten laut IWF nur die südamerikanischen Staaten 2011 ein starkes Wirtschaftswachstum. 

Die Region Asien-Pazifik-Japan (APJ) war 2011 von unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen geprägt: Für Japan war das Erdbeben im März mit nachfolgendem Tsunami und Atomkatastrophe das einschneidende Ereignis, von dem die japanische Wirtschaft sich aber schon im Laufe des Jahres unerwartet schnell erholte, so die EZB und die OECD. Während das japanische Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr 2011 – auch als Folge der vorangegangenen Wirtschaftskrise – rückläufig war, konnte es dank anziehender Binnennachfrage und einer starken Ausweitung des Außenhandels in der zweiten Jahreshälfte positive Werte verzeichnen. Die Wirtschaft der aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens hingegen wuchs 2011 um hohe einstellige Prozentwerte. Allerdings führten auch hier laut EZB die Folgen eines rückläufigen Exportwachstums zu einem langsameren Wirtschaftswachstum. Das gilt auch für Spitzenreiter China, wo das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr 2011 dennoch nur geringfügig an Tempo verlor und nach wie vor fast zweistellige Werte erreichte. 

Lage des IT-Marktes

Der IT-Markt zeigte sich im Jahr 2011 weltweit weitgehend stabil und folgte – mit Ausnahme einzelner Bereiche und Regionen, wie nachfolgend dargestellt – nicht dem Weg der Weltwirtschaft, die zunehmend unter der Staatsschuldenkrise in vielen Industrieländern litt. Das meldet das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC). Vor allem in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China wuchs der IT-Markt demnach mit deutlich zweistelligen Raten.

Ein beständiges Wachstum verzeichnete 2011 laut IDC das Segment Software. Am stärksten expandierten hier die Märkte in den Schwellenländern wie den BRIC-Staaten. Im Bereich Hardware dagegen wirkte sich die unsichere wirtschaftliche Lage vor allem im zweiten Halbjahr aus und ließ die Umsätze langsamer wachsen. Insbesondere Unternehmen investierten gegen Ende des Jahres zurückhaltender in neue Hardware. Zu den Wachstumsmärkten 2011 zählten dagegen mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-PCs sowie deren Anwendungen.

In der Region Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA) prägte die staatliche Schuldenkrise mehrerer Euroländer nicht nur die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, sondern dämpfte vor allem in Westeuropa in der zweiten Jahreshälfte auch den IT-Markt. Für diese Länder vermeldet IDC ein IT-Wachstum lediglich im niedrigen einstelligen Prozentbereich und reduziert dabei nochmals seine Berechnungen im Vergleich zu vorangegangenen Analysen. Allerdings trifft diese Schwäche demnach in erster Linie den Hardwaremarkt und nur in geringerem Ausmaß den Markt für Software und Services.

Auch in der Region Amerika verlief das erste Halbjahr 2011 für den IT-Markt erfolgreicher als das zweite, so IDC. Angesichts der wirtschaftlichen Schwäche senkte das Institut seine Berechnungen im Laufe des Jahres etwa für die USA mehrfach ab, hielt jedoch für den US-amerikanischen Softwaremarkt letztendlich an einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich fest. Auch der übrige IT-Markt in den USA erwies sich 2011 demnach – mit Ausnahme der PC-Umsätze – im Vergleich zu Westeuropa als stabil.

Das Erdbeben vor der japanischen Küste im März mit seinen weitreichenden Folgen für Umwelt, Bevölkerung und Wirtschaft Japans war auch für die IT-Branche das prägende Ereignis in der Region Asien-Pazifik-Japan (APJ) im Jahr 2011. Obwohl sich der japanische IT-Markt bereits davon erholen konnte, beendete er das Jahr mit einem leichten Wachstumsrückgang, da das Land gleichzeitig noch stark mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen hatte.

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