ASSURED 2011

Zusammengefasster Konzernlagebericht

 

VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE DER SAP AG

Die SAP AG mit Sitz in Walldorf, Baden, ist das Mutterunternehmen des 199 Unternehmen umfassenden SAP-Konzerns. Sie übt die Holdingfunktion für den SAP-Konzern aus und beschäftigt die meisten der in Deutschland tätigen Entwicklungs- sowie Service- und Supportmitarbeiter. 

Als Inhaberin der meisten SAP-Softwarerechte erzielt die SAP AG ihre Umsatzerlöse hauptsächlich aus den Lizenzgebühren, die die Tochterunternehmen für den Vertrieb von Nutzungsrechten an SAP-Softwarelösungen an die SAP AG als Rechteinhaberin abführen müssen. Dementsprechend trägt sie im Wesentlichen direkt oder indirekt auch die Kosten der Softwareentwicklung im SAP-Konzern. 

Die Erstellung des Jahresabschlusses der SAP AG erfolgt nach den Bilanzierungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes und dem deutschen Aktiengesetz (AktG). Der vollständige, mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss der SAP AG wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht, dort veröffentlicht und von diesem an das Unternehmensregister weitergeleitet. Er kann als Sonderdruck bei der SAP AG angefordert werden. 

Entwicklung der Ertragslage

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren (GKV) aufgestellt. Der Ausweis erfolgt in Millionen Euro (Mio. €).

Gewinn- und Verlustrechnung SAP AG nach HGB (Kurzfassung)

Mio. €

2011
 
2010
Umsatzerlöse 6.520 5.594
Sonstige betriebliche Erträge 671 893
Materialaufwand -2.236 –2.052
Personalaufwand -1.213 –1.058
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen -246 –208
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.966 –2.128
Betriebsergebnis 1.530 1.041
Finanzergebnis 998 878
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.528 1.919
Steuern -625 –417
Jahresüberschuss 1.903 1.502

2011 erzielte die SAP AG einen Gesamtumsatz in Höhe von 6.520 Mio. € und damit eine Steigerung von 17 % gegenüber dem Vorjahr (2010: 5.594 Mio. €). Dabei verzeichneten die Produkterlöse einen Zuwachs von 16 % auf 5.323 Mio. € (2010: 4.578 Mio. €). Wie in den Vorjahren resultierten die Produkterlöse in erster Linie aus Lizenzzahlungen von Tochtergesellschaften an die SAP AG. Der Umsatzanstieg ist daher vorrangig auf den Anstieg der Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse des SAP-Konzerns sowie auf eine Erhöhung der von den Tochterunternehmen abzuführenden Lizenzzahlungen zurückzuführen. 

Aufgrund der positiven Umsatzentwicklung verzeichnete auch das Betriebsergebnis der SAP AG einen Zuwachs um 47 % auf 1.530 Mio. € (2010: 1.041 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich um 222 Mio. € auf 671 Mio. € (2010: 893 Mio. €). Der Rückgang resultiert vorwiegend aus im Vergleich zum Vorjahr verminderten Währungskursgewinnen. Bedingt durch eine geringere Währungsvolatilität verringerten sich diese im Vorjahresvergleich um 270 Mio. €. 

Der Materialaufwand der SAP AG verzeichnete einen Anstieg um 9 % auf 2.236 Mio. € (2010: 2.052 Mio. €). Er besteht aus Leistungen Dritter, die auch konzernintern erbrachte Leistungen von SAP-Tochterunternehmen umfassen. Der Personalaufwand der SAP AG beinhaltet vornehmlich die Personalkosten für die bei der SAP AG beschäftigten Mitarbeiter in Entwicklung, Service und Support sowie Verwaltung. Er stieg um 15 % auf 1.213 Mio. € (2010: 1.058 Mio. €). Ursache hierfür sind in erster Linie ein Anstieg der variablen, ergebnisabhängigen Vergütungsbestandteile sowie eine höhere Anzahl von Mitarbeitern im Berichtsjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der SAP AG verringerten sich um 8 % auf 1.966 Mio. €. Der Rückgang ist auch hier in erster Linie auf die geringere Währungsvolatilität zurückzuführen: Korrespondierend zu den Wechselkursgewinnen verringerten sich auch die Wechselkursverluste um 272 Mio. €. 

Das Finanzergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 120 Mio. € auf 998 Mio. € (2010: 878 Mio. €). Diese Entwicklung ist in erster Linie auf ein um 143 Mio. € gesteigertes Beteiligungsergebnis sowie ein um 37 Mio. € höheres Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgen zurückzuführen. Gegenläufig wirkte ein um 71 Mio. € geringeres Zinsergebnis. 

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der SAP AG, also die Summe aus Betriebs- und Finanzergebnis, stieg um 32 % auf 2.528 Mio. € (2010: 1.919 Mio. €). Nach Abzug der Steuern verbleibt ein im Vergleich zum Vorjahr um 401 Mio. € gestiegener Jahresüberschuss von 1.903 Mio. € (2010: 1.502 Mio. €). 

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage

Bilanz SAP AG nach HGB (Kurzfassung)

Mio. €

31.12.2011
 
31.12.2010
Aktiva
Immaterielle Vermögensgegenstände 424 380
Sachanlagen 858 799
Finanzanlagen 11.814 11.575
Anlagevermögen 13.096 12.754
Vorräte 3 3
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.386 3.259
Wertpapiere 400 0
Liquide Mittel 3.042 1.615
Umlaufvermögen 5.831 4.877
Rechnungsabgrenzungsposten 55 64
Latente Steuern 47 45
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 12 1
Summe Aktiva 19.041 17.741
     
Passiva
Eigenkapital 8.433 7.137
Rückstellungen 780 623
Verbindlichkeiten 9.824 9.977
Rechnungsabgrenzungsposten 4 4
Summe Passiva 19.041 17.741

Das bilanzielle Gesamtvermögen der SAP AG betrug zum Ende des Jahres 2011 19.041 Mio. € (2010: 17.741 Mio. €). Vor allem die Zugänge zu den Finanzanlagen führten zu einem Anstieg des Anlagevermögens um 342 Mio. €. Das Umlaufvermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 954 Mio. € auf 5.831 Mio. € (2010: 4.877 Mio. €). Hierbei verringerten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände im Berichtsjahr um 873 Mio. €, während die liquiden Mittel um 1.427 Mio. € und die Wertpapiere um 400 Mio. € anstiegen. 

Das Eigenkapital der SAP AG stieg um 18 % auf 8.433 Mio. € (2010: 7.137 Mio. €). Den Abgängen aufgrund der Dividendenzahlung für 2010 in Höhe von 713 Mio. € und 246 Mio. € durch die im Jahr 2011 durchgeführten Aktienrückkäufe stehen ein Zuwachs durch den Jahresüberschuss in Höhe von 1.903 Mio. € sowie Zugänge durch die Ausgabe von Aktien an Mitarbeiter und Vorstände im Rahmen von aktienorientierten Vergütungsprogrammen in Höhe von 353 Mio. € gegenüber. Die Eigenkapitalquote, also der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme, stieg gegenüber dem Vorjahr von 40 % auf 44 %. 

Die Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr vorrangig aufgrund höherer Steuerrückstellungen um 157 Mio. € gestiegen. Die Verbindlichkeiten sanken um 153 Mio. € auf 9.824 Mio. € (2010: 9.977 Mio. €). Der Rückgang resultiert in erster Linie aus zwei gegenläufigen Effekten: Aufgrund der Rückzahlung ausstehender Kreditbeträge aus der SybaseSybaseVon SAP Ende 2010 übernommenes Unternehmen, mit dem die SAP ihr Portfolio an Mobilitätslösungen erweitert und eine komplette mobile Plattform und mobile Apps zur Verfügung stellt, die Kunden einen standort- und geräteunabhängigen Zugriff auf Daten in SAP-...-Akquisition verringerten sich die Bankverbindlichkeiten um 1.000 Mio. €, während sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, überwiegend bedingt durch höhere Kapitalanlagen von Tochterunternehmen im Rahmen des zentral über die SAP AG gesteuerten Finanz- und Liquiditätsmanagements, um 770 Mio. € erhöhten. 

Insbesondere aufgrund dieser Mittelzuflüsse von Tochterunternehmen sowie der positiven Geschäftsentwicklung stieg der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit im Jahr 2011 um 1.504 Mio. € auf 2.922 Mio. € (2010: 1.418 Mio. €). 

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit hat sich im Jahr 2011 um 1.556 Mio. € auf 1.151 Mio. € (2010: 2.707 Mio. €) reduziert. Hiervon entfallen 642 Mio. € auf Investitionen in das Sach- und Finanzanlagevermögen sowie 600 Mio. € auf längerfristige Geldanlagen und Wertpapiere. Gegenläufig wirkten Zuflüsse in Höhe von 91 Mio. € im Zuge der Veräußerung von Sach- und Finanzanlagevermögen. Der Mittelabfluss im Vorjahr wurde vornehmlich durch Kapitaleinlagen bei Tochtergesellschaften im Zusammenhang mit der SybaseSybaseVon SAP Ende 2010 übernommenes Unternehmen, mit dem die SAP ihr Portfolio an Mobilitätslösungen erweitert und eine komplette mobile Plattform und mobile Apps zur Verfügung stellt, die Kunden einen standort- und geräteunabhängigen Zugriff auf Daten in SAP-...-Akquisition verursacht. 

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit betrug 2011 544 Mio. € gegenüber einem Mittelzufluss von 2.220 Mio. € im Jahr 2010. Die Zuflüsse im Jahr 2010 resultierten hauptsächlich aus der Aufnahme von Finanzmitteln im Zusammenhang mit der Akquisition von SybaseSybaseVon SAP Ende 2010 übernommenes Unternehmen, mit dem die SAP ihr Portfolio an Mobilitätslösungen erweitert und eine komplette mobile Plattform und mobile Apps zur Verfügung stellt, die Kunden einen standort- und geräteunabhängigen Zugriff auf Daten in SAP-.... Die Dividendenzahlung von 713 Mio. € im Jahr 2011 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 20 % erhöht (2010: 594 Mio. €). Im Jahr 2011 wurden eigene Aktien im Wert von 246 Mio. € zurückgekauft (2010: 220 Mio. €), dem gegenüber stehen Mittelzuflüsse in Höhe von 353 Mio. € im Zuge der Ausgabe eigener und neuer Aktien im Rahmen von aktienorientierten Vergütungsprogrammen. 

Der Bestand an kurzfristigen liquiden Mitteln der SAP AG betrug am Ende des Geschäftsjahres 2.842 Mio. € und liegt damit um 76 % über dem Vorjahresbestand von 1.615 Mio. €. 

Risiken

Die SAP AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie der SAP-Konzern. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Risikobericht

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