ASSURED 2011

Konzernabschluss nach IFRS

 

Konzernanhang
(26) Management finanzieller Risiken

Unsere Marktrisiken (Wechselkurs-, Zins- und Aktienkursrisiken) sowie unser Kredit- und Liquiditätsrisiko steuern wir auf konzernweiter Basis über unsere Treasury-Abteilung. Unsere Risikomanagement- und Absicherungsstrategie wird durch unsere Treasury-Richtlinie und andere interne Richtlinien geregelt und unterliegt regelmäßigen internen Risikoanalysen. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Risikoreduzierung erworben, nicht aber für Spekulationszwecke, das heißt, ohne eine entsprechende zugrunde liegende Transaktion schließen wir keine Derivate ab.

In den folgenden Abschnitten werden das Management der einzelnen finanziellen Risiken und der Umfang dieser Risiken näher erläutert. In den Sensitivitätsanalysen, aus denen hervorgeht, wie sich hypothetische Änderungen der relevanten Risikovariablen auf unseren Gewinn oder das sonstige Ergebnis ausgewirkt hätten, ermitteln wir die periodischen Auswirkungen, indem wir die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Berichtszeitpunkt beziehen.

Management des Wechselkursrisikos

Wir überwachen kontinuierlich potenzielle Währungsrisiken für monetäre Bilanzpositionen sowie erwartete Transaktionen und verfolgen eine konzernweite Währungsrisikomanagement-Strategie basierend auf dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente, wobei vorwiegend Devisentermingeschäfte verwendet werden, mit dem vorrangigen Ziel, die Volatilität unseres Ergebnisses zu reduzieren.

Währungssicherungen ohne designierte Sicherungsbeziehung

Währungssicherungskontrakte zur Absicherung von Wechselkursrisiken aus monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, die sich aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergeben, werden nicht als Sicherungsbeziehung designiert. Grund dafür ist, dass die realisierten Währungsgewinne und -verluste aus den zugrunde liegenden Positionen in den gleichen Perioden ergebniswirksam erfasst werden wie die Gewinne und Verluste aus den Derivaten. 

In den Währungssicherungen ohne designierte Sicherungsbeziehung sind auch Fremdwährungsderivate enthalten, die in einen nicht derivativen Basisvertrag eingebettet sind, vom Basisvertrag getrennt und separat als Derivate bilanziert werden, wenn die Bestimmungen des IAS 39 erfüllt sind. 

Des Weiteren hielten wir zum 31. Dezember 2011 Devisenoptionen, die der teilweisen Absicherung des Cashflow-Risikos aus der in US-Dollar zu zahlenden Gegenleistung für den Erwerb von SuccessFactors dienten (Einzelheiten siehe Textziffer (4)). 

Währungssicherungen mit designierter Sicherungsbeziehung – Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow-Hedges)

Um die erwarteten Fremdwährungszahlungen (Lizenzen) der ausländischen Tochterunternehmen gegen die beschriebenen Wechselkursrisiken abzusichern, nutzen wir derivative Finanzinstrumente, in erster Linie Devisentermingeschäfte. Solche Absicherungen decken einen festgelegten Anteil des erwarteten Risikos ab und haben einen zeitlichen Horizont von bis zu 15 Monaten. In diesem Zusammenhang eliminieren wir insbesondere die Zinskomponente und designieren lediglich den Kassakurs der Devisentermingeschäfte als Sicherungsinstrument. Abgesichert werden so die erwarteten Cashflows aus den Tochtergesellschaften, in denen wir umfangreiche Geschäfte tätigen. Hierzu gehören die USA, Großbritannien, Japan, die Schweiz, Kanada und Australien. Die Laufzeiten der eingesetzten derivativen Fremdwährungsinstrumente betragen üblicherweise höchstens 15 Monate. Sie werden gegebenenfalls erneuert, um eine permanente Deckung der zu erwartenden Lizenzzahlungen bis zum Zahlungseingang zu gewährleisten.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden Nettoverluste von insgesamt 14 Mio. € (2010: Nettoverluste von 55 Mio. €; 2009: Nettoverluste von 18 Mio. €) aus der Änderung der KomponenteKomponenteModulare Software mit Funktionen, auf die über Schnittstellen zugegriffen werden kann des Derivats, das als Sicherungsinstrument designiert ist, im sonstigen Ergebnis erfasst.

In den Geschäftsjahren, die am 31. Dezember 2011 und 2010 endeten, wurde bei keiner der ursprünglich als hochwahrscheinlich erachteten Transaktionen, die als Grundgeschäfte in Cashflow-Hedges zur Absicherung von Fremdwährungspositionen designiert sind, später mit dem Eintritt nicht mehr gerechnet. Aus diesem Grund kam es nicht zu einer Auflösung von Cashflow-Hedge-Beziehungen. Ebenso wurden für diese Sicherungsgeschäfte 2011 und 2010 keine und 2009 nur unwesentliche Ineffektivitäten festgestellt. Aufgrund der Realisierung der Grundgeschäfte wurden 2011 Nettoverluste von 13 Mio. € (2010: Nettoverluste von 44 Mio. €; 2009: Nettoverluste von 37 Mio. €) aus dem sonstigen Ergebnis ausgebucht und erfolgswirksam erfasst. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Cashflows der erwarteten Transaktionen tatsächlich anfallen werden und somit in einem Zeitraum von 15 Monaten ab dem Bilanzstichtag monatlich unser Ergebnis beeinflussen werden. Vermutlich werden wir 21 Mio. € der Nettoverluste, die im Geschäftsjahr 2011 im sonstigen Ergebnis ausgewiesen wurden, im Geschäftsjahr 2012 aus dem sonstigen Ergebnis ausbuchen und ergebniswirksam erfassen.

Wechselkursrisikoposition

Im Einklang mit unserer internen Risikoberichterstattung verwenden wir zur Quantifizierung unserer Risikopositionen und zur Steuerung des Wechselkursrisikos das Value-at-Risk-Konzept. Unsere Berechnung des Value at Risk bezieht sich sowohl auf sämtliche Finanzinstrumente in Fremdwährung als auch auf unsere geplanten konzerninternen Transaktionen, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 7 fallen. Somit erfolgt die Berechnung nicht gemäß den Anforderungen von IFRS 7. Daher verzichten wir auf die Angabe unserer Value-at-Risk-Analyse. Zur Einschätzung des Umfangs unserer Wechselkursrisikoposition geben wir daher eine währungsbezogene Sensitivitätsanalyse auf Grundlage der folgenden Annahmen an: 

  • Da wir Geschäftsvorfälle üblicherweise in der funktionalen Währung des jeweiligen Konzernunternehmens abwickeln, lautet die Mehrheit unserer originären monetären Finanzinstrumente wie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Ausleihungen an Betriebsangehörige und an Dritte, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten auf die funktionale Währung des jeweiligen Konzernunternehmens. Somit sind solche Transaktionen fast nicht mit Wechselkursrisiken behaftet. In Sonderfällen und bei bestimmten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden operative Geschäftsvorfälle und Finanzierungstätigkeiten nicht in der jeweiligen funktionalen Währung abgebildet, sodass sich hieraus ein Währungsrisiko für die betreffenden monetären Instrumente ergibt. Bei einer Absicherung von Cashflows gegen Währungsrisiken werden diese auf fremde Währung lautenden Finanzinstrumente durch Devisentermingeschäfte oder -optionen wirtschaftlich betrachtet in die funktionale Währung umgewandelt. Deshalb haben Wechselkursschwankungen im Zusammenhang mit unseren originären monetären Finanzinstrumenten keine wesentlichen Auswirkungen auf unseren Gewinn oder das sonstige Ergebnis. 
  • Erträge oder Aufwendungen aus den oben genannten originären monetären Finanzinstrumenten werden überwiegend in der funktionalen Währung des jeweiligen Unternehmens erfasst. Deshalb haben Wechselkursschwankungen in diesem Zusammenhang keine wesentlichen Auswirkungen auf die Ertragslage oder die Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen. 
  • Unsere freistehenden Sicherungsinstrumente gleichen die wechselkursbedingten Wertänderungen der gegen Währungsrisiken abzusichernden Grundgeschäfte nahezu vollständig in derselben Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aus. Demzufolge sind auch diese Finanzinstrumente nicht mit Wechselkursrisiken behaftet und wirken sich nicht auf den Gewinn oder das sonstige Ergebnis aus. 

Somit entstehen signifikante Wechselkursrisiken nur in den folgenden Fällen: 

  • bei Derivaten in Cashflow-Hedge-Sicherungsbeziehungen, 
  • bei eingebetteten Fremdwährungsderivaten, 
  • bei den zum 31. Dezember 2011 gehaltenen Devisenoptionen in Zusammenhang mit dem Erwerb von SuccessFactors. 

Hinsichtlich des Nominalvolumens der Derivate in Cashflow-Hedge-Sicherungsbeziehungen, der Devisenoptionen und der eingebetteten Fremdwährungsderivate sind die Daten zum Jahresende nicht für das Gesamtjahr repräsentativ. Unser Wechselkursrisiko im Jahr 2011 bezog sich auf Nominalvolumina in Höhe von durchschnittlich 1,3 Mrd. €, die von einem Tiefstwert von 815 Mio. € bis zu einem Höchstwert von 2,4 Mrd. € reichten. Letzterer entspricht dem Stand am Jahresende. 

Wie oben ausgeführt, wird die Zinskomponente, die nicht Teil einer designierten Cashflow-Hedge-Beziehung ist und die ergebniswirksam erfasst wird, nicht von Währungsschwankungen beeinflusst. Da aus keiner einzelnen Währung der Derivate in Cashflow-Hedge-Sicherungsbeziehungen eine signifikante Risikoposition resultiert, geben wir das Risiko aus all unseren wesentlichen Fremdwährungen (wie in Textziffer (26) beschrieben) als Summe an. Wenn der Euro zum 31. Dezember 2011 gegenüber allen unseren wesentlichen Währungen um 10 % an Wert gewonnen (verloren) hätte, wäre der im sonstigen Ergebnis enthaltene effektive Bestandteil von Cashflow-Hedges zur Absicherung von Fremdwährungspositionen um 70 Mio. € (31. Dezember 2010: 46 Mio. €; 31. Dezember 2009: 55 Mio. €) höher (niedriger) gewesen als ausgewiesen. 

Änderungen des Wertes unserer eingebetteten Fremdwährungsderivate werden ergebniswirksam erfasst. Wenn der Euro zum 31. Dezember 2011 gegenüber dem Schweizer Franken (der Währung, die den größten Anteil an unserer Risikoposition aus eingebetteten Fremdwährungsderivaten hat) um 10 % an Wert gewonnen (verloren) hätte, wären die sonstigen Aufwendungen, netto, um 41 Mio. € (31. Dezember 2010: 42 Mio. €; 31. Dezember 2009: 38 Mio. €) höher (niedriger) gewesen als ausgewiesen. 

Die Devisenoptionen, die der Absicherung des Cashflow-Risikos aus der in US-Dollar zu zahlenden Gegenleistung für den Erwerb von SuccessFactors dienten, wurden nicht als Absicherung von Zahlungsströmen eingestuft. Deshalb werden Wertveränderungen dieser Derivate erfolgswirksam erfasst. Wenn der Euro zum 31. Dezember 2011 gegenüber dem US-Dollar um 10 % an Wert gewonnen (verloren) hätte, wären die sonstigen Aufwendungen, netto, um 6 Mio. € höher (50 Mio. € niedriger) gewesen als ausgewiesen. 

Unsere Sensitivität gegenüber Wechselkursschwankungen hat im laufenden Geschäftsjahr zugenommen, was hauptsächlich auf das höhere Nominalvolumen zu sichernder Transaktionen und das den Devisenoptionen zugrunde liegende Nominalvolumen, die in Zusammenhang mit dem Erwerb von SuccessFactors gehalten werden, zurückzuführen ist. 

Management des Zinsrisikos

Das vorrangige Ziel beim Management des Zinsrisikos lautet, die Volatilität unseres Ergebnisses durch eine ausgewogene Struktur von fest- und variabel verzinslichen Cashflows zu reduzieren. Wir steuern daher das Zinsrisiko, indem wir unser Anlagen- und Fremdkapitalportfolio um zinsbezogene Derivate ergänzen.

Zum 31. Dezember 2011 waren wir in Bezug auf unsere Investitionen in Geldmarktinstrumente mit variabler Verzinsung in Höhe von 1,4 Mrd. € einem Cashflow-Zinsrisiko ausgesetzt.

Unsere Finanzschulden weisen überwiegend einen festen Zinssatz auf, ein Anteil von 648 Mio. € ist hingegen variabel verzinst. Zur Absicherung des Cashflow-Risikos, das aus Schwankungen künftiger Zinszahlungen im Zusammenhang mit den variabel verzinslichen Tranchen des Schuldscheindarlehens (SSD) in Nennwerthöhe von 548 Mio. € erwächst, haben wir Payer-Zinsswaps abgeschlossen. Durch diese wird der zugrunde liegende Zinssatz wirtschaftlich betrachtet in einen festen Zinssatz umgewandelt, da die Änderungen der Zahlungsströme aus den Grundgeschäften infolge der Änderungen des EURIBOR durch die Änderungen der Zahlungsströme der Zinsswaps kompensiert werden. Zum 31. Dezember 2011 deckten die Zinsswaps die variabel verzinslichen Tranchen des SSD vollständig ab. Das Cashflow-Risiko aus Schwankungen der künftigen Zahlungen für den ausstehenden Saldo des zusätzlichen Darlehens, der zum 31. Dezember 2011 100 Mio. € betrug, wurde nicht abgesichert. Unter Berücksichtigung der Zinsswaps wiesen rund 97 % (2010: 75 %) unserer zinstragenden finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2011 einen festen Zinssatz auf, während 69 % (2010: 65 %) unserer zinstragenden Finanzinvestitionen festverzinslich waren.

Daher sind wir hauptsächlich aus unseren variabel verzinslichen Geldmarktinstrumenten einem Zinsrisiko ausgesetzt.

Derivative Finanzinstrumente mit designierter Sicherungsbeziehung – Cashflow-Hedges

Zum 31. Dezember 2011 hielten wir Zinsderivate mit designierter Sicherungsbeziehung mit einem negativen beizulegenden Zeitwert von 8 Mio. € (2010: 10 Mio. €). Die damit verbundenen Nettoverluste im Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 3 Mio. € (2010: 10 Mio. €; 2009: 14 Mio. €) wurden infolge der Designation als Cashflow-Hedges im sonstigen Ergebnis erfasst. Aufgrund der Realisierung der Grundgeschäfte wurden 2011 Nettoverluste von 4 Mio. € (2010: 6 Mio. €; 2009: 26 Mio. €) aus dem sonstigen Ergebnis ausgebucht und im Finanzergebnis, netto, erfolgswirksam erfasst, da die Grundgeschäfte erfolgswirksam wurden. Für diese Sicherungsgeschäfte wurden in den Jahren 2011, 2010 und 2009 keine Ineffektivitäten festgestellt.

Die folgende Tabelle enthält die vertraglichen Fälligkeiten der Cashflows für die SSD-Zinszahlungen:

Vertragliche Fälligkeiten der Cashflows für die SSD-Zinszahlungen

Anfangsdatum
 
Enddatum Nominalvolumen
in Mio. €
Referenzzinssatz
9. April 2009 9. April 2012 359,5 3-Monats-EURIBOR
9. April 2009 9. April 2014 158 3-Monats-EURIBOR
2. Juni 2009 2. Juni 2014 30 3-Monats-EURIBOR
Zinsrisikoposition

Die Sensitivitätsanalyse zur Darstellung unserer Zinsrisikoposition zum 31. Dezember 2011 basiert auf den folgenden Annahmen: 

  • Änderungen der Zinssätze beeinflussen originäre festverzinsliche Finanzinstrumente nur dann, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Unsere originären finanziellen Verbindlichkeiten sind daher keinem Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwertes ausgesetzt, weil wir sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzieren. Am 31. Dezember 2011 hatten wir festverzinsliche, als zur Veräußerung verfügbar klassifizierte Staatsanleihen im Bestand, wie unter Textziffer (25) ausgeführt. Daher berücksichtigen wir Zinssatzänderungen in Bezug auf die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes solcher festverzinslichen originären, als zur Veräußerung verfügbar klassifizierten finanziellen Vermögenswerte im Rahmen der eigenkapitalbezogenen Sensitivitätsberechnung.
    Da wir im Gesamtjahr 2011 nicht beständig festverzinsliche finanzielle Vermögenswerte gehalten haben, ist das Risiko am Stichtag nicht repräsentativ für das Gesamtjahresrisiko. Unser zinsbedingtes Risiko aus Investitionstätigkeiten hinsichtlich des beizulegenden Zeitwertes im Jahr 2011 bezog sich auf verzinsliche Vermögenswerte in Höhe von durchschnittlich 250 Mio. €, die von einem Höchstwert von 500 Mio. € bis zu einem Tiefstwert von 0 Mio. € reichten. Unsere Risikoposition am Jahresende beträgt 400 Mio. €. 
  • Erträge oder Aufwendungen aus originären Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung unterliegen dem Zinsrisiko, wenn sie keine Grundgeschäfte einer effektiven Sicherungsbeziehung darstellen. Da wir für die variabel verzinslichen Teile des SSD Payer-Zinsswaps abgeschlossen haben, sind wir keinem signifikanten Zinsrisiko aus unserem SSD ausgesetzt. Somit berücksichtigen wir Zinsänderungen für unser zusätzliches Darlehen und für unsere Anlagen in Geldmarktinstrumente in der Sensitivitätsanalyse, die sich auf das Ergebnis bezieht.
    Hinsichtlich der investierten Volumina sind die Daten zum Jahresende nicht für das Gesamtjahr repräsentativ. Unser Cashflow-Zinsrisiko aus Anlagen im Jahr 2011 bezog sich auf Anlagen in Höhe von durchschnittlich 1,3 Mrd. €, die von einem Tiefstwert von 875 Mio. € bis zu einem Höchstwert von 1,4 Mrd. € reichten. Letzterer entspricht dem Stand am Jahresende. Hinsichtlich der finanzierten Volumina sind die Daten zum Jahresende nicht für das Gesamtjahr repräsentativ, da 2011 ein erheblicher Teil der Schulden aus dem Akquisitionsdarlehen refinanziert wurde, das im Zusammenhang mit dem Erwerb von SybaseSybaseVon SAP Ende 2010 übernommenes Unternehmen, mit dem die SAP ihr Portfolio an Mobilitätslösungen erweitert und eine komplette mobile Plattform und mobile Apps zur Verfügung stellt, die Kunden einen standort- und geräteunabhängigen Zugriff auf Daten in SAP-... aufgenommen worden war. Unser Cashflow-Zinsrisiko aus der Finanzierungstätigkeit im Jahr 2011 bezog sich auf verzinsliche Verbindlichkeiten in Höhe von durchschnittlich 308 Mio. €, die von einem Höchstwert von 1,1 Mrd. € bis zu einem Tiefstwert von 100 Mio. € reichten. Letzterer entspricht dem Stand am Jahresende. 
  • Infolge der Designation von Payer-Zinsswaps als Teil eines Cashflow-Hedges wirken sich die entsprechenden Zinssatzänderungen auf die jeweiligen im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge aus Cashflow-Hedges zur Absicherung von Zinsrisiken aus. Die Veränderungen aus der variablen Seite der Zinsderivate werden dabei nicht in die Berechnung der Zinssensitivitäten einbezogen, da diese die variablen Zinszahlungen für das SSD ausgleichen. Deshalb berücksichtigen wir für die in einer Sicherungsbeziehung eingebundenen Zinsswaps nur die Zinssensitivität aus der Diskontierung der Festzins-Cashflows aus dem Zinsswap in der eigenkapitalbezogenen Sensitivitätsberechnung. Hinsichtlich der Darlehens- und damit gesicherten Beträge sind die Daten zum Jahresende für das Gesamtjahr repräsentativ.

Aufgrund des gegenwärtigen niedrigen Zinsniveaus basieren unsere Sensitivitätsanalysen auf einer Verschiebung der Zinsstrukturkurven zur Vermeidung negativer Zinsen von +100 Basispunkten auf –20 Basispunkte.
Wenn die Zinssätze zum 31. Dezember 2011, 2010 und 2009 um 100 Basispunkte höher (20 Basispunkte niedriger) gewesen wären, hätte dies keine wesentlichen Auswirkungen gehabt auf 

  • die im sonstigen Ergebnis enthaltenen Gewinne/Verluste aus der Position zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, 
  • das Finanzergebnis für unsere variabel verzinslichen Anlagen und finanziellen Verbindlichkeiten, 
  • den im sonstigen Ergebnis enthaltenen effektiven Bestandteil von Cashflow-Hedges zur Absicherung von Zinsrisiken. 
Management des Aktienkursrisikos

Unsere Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente mit auf einem aktiven Markt notierten Marktpreisen (2011: 39 Mio. €; 2010: 28 Mio. €) werden auf der Grundlage des aktuellen Marktwertes laufend beobachtet. Dieser schwankt aufgrund der Volatilität der weltweiten Aktienmärkte. Ein angenommener Anstieg (Rückgang) der Aktienkurse zum 31. Dezember 2011 bzw. 2010 um 20 % hätte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Wert unserer Anlagen in marktgängigen Wertpapieren und die entsprechenden Beträge im sonstigen Ergebnis.

Wir sind einem Aktienkursrisiko bezüglich unserer anteilsbasierten Vergütungsprogramme ausgesetzt. Um die sich daraus ergebende Volatilität unseres Ergebnisses zu reduzieren, sichern wir Zahlungsstromrisiken aus diesen Programmen durch den Kauf derivativer Instrumente, ohne jedoch eine designierte Sicherungsbeziehung einzugehen. Die Derivate zur Absicherung der anteilsbasierten Vergütungsprogramme fallen in den Anwendungsbereich des IFRS 7. Bei den zugrunde liegenden Programmen ist dies jedoch nicht der Fall, sodass das mit ihnen verbundene Aktienkursrisiko nicht analysiert werden muss. In unsere Sensitivitätsanalyse fließen jedoch sowohl die zugrunde liegenden anteilsbasierten Vergütungsprogramme als auch die Sicherungsinstrumente ein. Folglich basiert die Berechnung auf unserer Nettoposition des Aktienkursrisikos, da wir der Ansicht sind, dass das Aktienkursrisiko bei alleiniger Berücksichtigung der Derivate nicht richtig abgebildet würde. Ein angenommener Anstieg (Rückgang) der Aktienkurse zum 31. Dezember 2011 um 20 % hätte eine Zunahme (Abnahme) unserer Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungsprogramme um 27 Mio. € (25 Mio. €) (2010: 53 Mio. €; 2009: 46 Mio. €) zur Folge.

Management des Kreditrisikos

Zur Reduzierung des Kreditrisikos, das sich aus unserer Investitionstätigkeit und den derivativen finanziellen Vermögenswerten ergibt, haben wir in Übereinstimmung mit unserer internen Treasury-Richtlinie alle Geschäfte nur mit anerkannten, großen Finanzinstituten und Emittenten mit jeweils hohen externen Kreditratings abgeschlossen. Gemäß dieser Richtlinie investieren wir nur in Finanzanlagen von Emittenten mit einem Mindestrating von „A–“. Nur in Ausnahmefällen führen wir Transaktionen mit Emittenten mit einem niedrigeren Rating durch. Solche Anlagen waren im Jahr 2011 jedoch unwesentlich. Das gewichtete durchschnittliche Rating unserer Finanzanlagen liegt zwischen „A“ und „A–“. Wir verfolgen eine vorsichtige Anlagepolitik, die durch Anlagen mit überwiegend kurzfristiger Laufzeit und Standardanlageinstrumente sowie eine breite Streuung der Anlagen auf unterschiedliche Kontrahenten gekennzeichnet ist. 

Zur weiteren Reduzierung unseres Kreditrisikos verlangen wir, dass für bestimmte Anlagen Sicherheiten in Höhe des vollen Anlagebetrags gestellt werden, die wir nur nutzen können, wenn ein Kontrahent einer Anlage ausfällt. Als solche Sicherheiten akzeptieren wir nur Anleihen von nicht finanziellen Kapitalgesellschaften, die mindestens mit Investment Grade bewertet sind. 

Darüber hinaus ergibt sich eine Konzentration von Kreditrisiken, wenn Vertragspartner gleichartige Aktivitäten in demselben Finanzinstrument, Sektor oder derselben geografischen Region ausführen. Dies vermeiden wir durch die Streuung unserer Vertragspartner über verschiedene Länder weltweit und durch ein internes Limitsystem, wonach das Geschäftsvolumen mit jeder einzelnen Vertragspartei auf ein definiertes Limit begrenzt ist. Dieses Limit hängt von dem niedrigsten offiziellen langfristigen Kreditrating mindestens einer großen Ratingagentur, dem Kernkapital des betreffenden Finanzinstituts oder von der Teilnahme an Einlagensicherungsfonds oder ähnlichen Sicherungssystemen ab. Die strikte Einhaltung dieser Kontrahentenlimits wird laufend überwacht. Da die Prämien für Credit Default Swaps hauptsächlich von der Einschätzung der Bonität des jeweiligen Schuldners durch die Marktteilnehmer abhängen, überwachen wir zusätzlich deren Entwicklung, um auf diese Weise sich ändernde Risikostrukturen bei unseren Vertragspartnern zu erkennen und so zeitnah auf etwaige Veränderungen reagieren zu können. 

Das zum Teil durch Kreditversicherungen abgedeckte Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird getrennt überwacht, wobei wir uns vornehmlich auf die Beurteilung der Kundenbonität mithilfe von externen Ratings auf Erfahrungswerte mit den entsprechenden Kunden stützen.
Außenstände werden laufend überwacht. Kreditrisiken tragen wir durch Einzelwert- und Portfoliowertberichtigungen Rechnung (siehe Textziffer (3)). Der Einfluss einzelner Kunden ist gering, da unser Kundenstamm groß ist und sich auf zahlreiche Branchen und Länder auf der ganzen Welt erstreckt. Weitere Informationen über unsere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Textziffer (14) zu entnehmen. Über unser maximales Kreditrisiko gibt Textziffer (25) Aufschluss. 

Management des Liquiditätsrisikos

Unsere Liquidität wird von Global Treasury gesteuert. Das wichtigste Ziel dabei lautet, eine Mindestliquidität sicherzustellen, um jederzeit Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Unsere Hauptliquiditätsquelle ist unsere laufende Geschäftstätigkeit, durch die wir in der Vergangenheit primär die für unsere Investitions- und Finanzierungsstrategie erforderlichen liquiden Mittel erwirtschaftet haben. Für die Mehrheit der Tochterunternehmen werden alle Liquiditätsüberschüsse bei Global Treasury zusammengeführt (Cash Pooling). Global Treasury verteilt die liquiden Mittel dann gemäß dem Finanzierungsbedarf anderer Tochterunternehmen oder investiert etwaige Nettoüberschüsse zwecks Renditeoptimierung am Markt. Die Anlagen beschränken sich zur Sicherstellung der Liquidität auf Kontrahenten oder Emittenten mit hoher Bonität wie vorstehend ausgeführt. Ein hoher Bestand an flüssigen Mitteln und marktgängigen Wertpapieren bildet daher eine strategische Reserve, die dazu beiträgt, die SAP flexibel und unabhängig zu halten.

Neben dem Management des Kapitaleinsatzes und der liquiden Mittel hat die SAP das Liquiditätsrisiko, das aus unserer normalen Geschäftstätigkeit und der Erfüllung unserer finanziellen Verpflichtungen erwächst, durch die angemessene Einrichtung von Kreditlinien bei verschiedenen Finanzinstituten verringert, die wir bei Bedarf in Anspruch nehmen können.

Um unsere hohe finanzielle Flexibilität zu erhalten, schloss die SAP AG am 15. Dezember 2010 eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 1,5 Mrd. € mit einer anfänglichen Laufzeit von fünf Jahren ab, die im Dezember 2015 ausläuft. Diese Kreditlinie ersetzt die im September 2009 geschlossene Vereinbarung über eine syndizierte revolvierende Kreditlinie über 1,5 Mrd. €. Die Nutzung der Kreditlinie ist nicht an finanzielle Auflagen gebunden. Die Zinssätze entsprechen dem EURIBOR oder LIBOR für die jeweilige Währung zuzüglich einer Marge von 45 bis 75 Basispunkten pro Jahr in Abhängigkeit von dem in Anspruch genommenen Betrag. Die Bereitstellungsgebühr beträgt 15,75 Basispunkte pro Jahr auf den nicht in Anspruch genommenen Betrag. Eine Inanspruchnahme lag zum 31. Dezember 2011 nicht vor. Außerdem hat die SAP AG zum 15. Dezember 2011 ein festverzinsliches Forward-Darlehen über 200 Mio. € abgeschlossen. Der genaue Zinssatz bestimmt sich am Tag der Inanspruchnahme auf Basis des geltenden EURIBOR zuzüglich einer Marge von 35 Basispunkten pro Jahr.

Zur teilweisen Finanzierung des geplanten Erwerbs der SuccessFactors schloss die SAP AG am 3. Dezember 2011 eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1 Mrd. € mit einer Laufzeit von zunächst einem Jahr bis Dezember 2012 ab. Die Laufzeit der Kreditlinie kann um sechs Monate verlängert werden. Ihre Nutzung ist nicht an finanzielle Auflagen gebunden. Die Zinssätze entsprechen dem EURIBOR zuzüglich einer Marge von 60 bis 85 Basispunkten in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt während der Laufzeit, an dem die Kreditlinie in Anspruch genommen wird. Die Bereitstellungsgebühr beträgt 12,5 Basispunkte pro Jahr und steigt je nach Höhe des im Rahmen dieser Kreditlinie in Anspruch genommenen Betrags auf maximal 20 Basispunkte. Zum 31. Dezember 2011 lagen keine Inanspruchnahmen dieser Kreditlinie vor. Im Rahmen des Erwerbs von SuccessFactors am 21. Februar 2012 wurde die Kreditlinie mit 1 Mrd. € in Anspruch genommen.

Zusätzlich verfügt die SAP AG zum 31. Dezember 2011 über Kreditlinien in Höhe von insgesamt 490 Mio. € (2010: 545 Mio. €). Eine Inanspruchnahme lag zum 31. Dezember 2011 und 2010 jeweils nicht vor. Zum 31. Dezember 2011 verfügen einige Tochterunternehmen über Kreditlinien, die es ihnen ermöglichen, bis zu einem Betrag von 54 Mio. € kurzfristige Kredite in lokaler Währung zum aktuellen Marktzinssatz aufzunehmen (2010: 60 Mio. €). Die gesamte Inanspruchnahme dieser Kreditlinien war zum 31. Dezember 2011 und 2010 unwesentlich.

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