ASSURED 2011

Konzernabschluss nach IFRS

 

Konzernanhang
(25) Finanzielle Risikofaktoren

Wir sind verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, zum Beispiel Marktrisiken (darunter Wechselkurs-, Zins- und Aktienkursrisiken) sowie dem Kreditrisiko und dem Liquiditätsrisiko.

Marktrisiken
Wechselkursrisiko

Das Wechselkursrisiko ist das Risiko eines Verlusts infolge nachteiliger Veränderungen der Wechselkurse. Gemäß IFRS treten Wechselkursrisiken bei monetären Finanzinstrumenten auf, die auf eine fremde Währung lauten, das heißt auf eine andere Währung als die funktionale Währung, wobei die fremde Währung die relevante Risikovariable darstellt. Translationsbedingte Risiken bleiben unberücksichtigt. 

Als global tätiges Unternehmen sind wir im Rahmen unserer operativen Geschäftstätigkeit Risiken aus Wechselkursänderungen ausgesetzt. Da die einzelnen Konzerngesellschaften ihr operatives Geschäft hauptsächlich in ihrer jeweiligen funktionalen Währung tätigen, schätzen wir unser Risiko aus Wechselkursschwankungen aus der laufenden operativen Geschäftstätigkeit als unwesentlich ein. Gelegentlich wickeln wir Geschäftsvorfälle jedoch in einer anderen Währung als der funktionalen Währung ab, sodass Forderungen, Verbindlichkeiten und andere monetäre Bilanzposten in Fremdwährung entstehen. Zur Minderung des damit verbundenen Wechselkursrisikos werden diese in der Mehrzahl wie in Textziffer (26) beschrieben abgesichert. 

In Ausnahmefällen führt die Abwicklung von Geschäftsvorfällen in einer anderen Währung als unserer funktionalen Währung auch zu eingebetteten Fremdwährungsderivaten, die getrennt und ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden müssen. 

Auch die erwarteten konzerninternen Cashflows in Fremdwährung, die aus konzerninternen Lizenzzahlungen der SAP-Konzerngesellschaften resultieren, beinhalten ein Wechselkursrisiko für die SAP AG. Diese Lizenzzahlungen sind abhängig vom externen Umsatz der SAP-Konzerngesellschaften. Dies führt zu einer Konzentration des Wechselkursrisikos bei der SAP AG in Deutschland, da die Lizenzzahlungen überwiegend auf die jeweilige lokale Währung der Tochterunternehmen lauten, die funktionale Währung der SAP AG jedoch der Euro ist. Die höchsten Wechselkursrisiken bestehen deshalb bei den Währungen von Tochterunternehmen, die umfangreiche Geschäfte tätigen. Dies sind beispielsweise US-Dollar, Pfund Sterling, japanischer Yen, Schweizer Franken, kanadischer Dollar und australischer Dollar. 

Im Allgemeinen sind unsere Investitions- und Finanzierungsaktivitäten keinem signifikanten Wechselkursrisiko ausgesetzt, da solche Aktivitäten üblicherweise in der jeweiligen funktionalen Währung durchgeführt werden. Am 31. Dezember waren wir jedoch einem Cashflow-Risiko aus der in US-Dollar zu zahlenden Gegenleistung für den Erwerb von SuccessFactors ausgesetzt, da die erforderlichen Mittel über unsere frei verfügbaren Zahlungsmittel sowie über ein befristetes Darlehen bereitgestellt wurden, die jeweils auf Euro lauten. Weitere Informationen hierzu enthalten Textziffer (4) und (26)

Zinsrisiko

Zinsrisiken ergeben sich aus Änderungen von Marktzinssätzen, die wiederum Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von festverzinslichen Instrumenten und der Höhe der Zinsaufwendungen und -erträge für variabel verzinsliche Instrumente zur Folge haben können. Dieses Zinsrisiko besteht für unsere Investitions- und Finanzierungsaktivitäten hauptsächlich in Euro und US-Dollar. 

Zum 31. Dezember 2011 sind unsere liquiden Mittel hauptsächlich in Festgelder und Staatsanleihen mit fixer Verzinsung sowie Geldmarktinstrumente mit variabler Verzinsung angelegt, die als Zahlungsmitteläquivalente und kurzfristige Geldanlagen gehalten werden. Da wir die am Jahresende gehaltenen Festgelder mit fixer Verzinsung nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzieren, unterliegen wir in Bezug auf diese Geldanlagen keinem Zinsrisiko. Allerdings sind wir aus den Staatsanleihen, die wir als zur Veräußerung verfügbar klassifizieren, einem zinsbedingten Risiko in Bezug auf den beizulegenden Zeitwert ausgesetzt. Außerdem sind wir einem Cashflow-Risiko aus den Geldmarktfonds mit variabler Verzinsung in der Eurozone und den USA ausgesetzt. 

Ferner sind wir zum 31. Dezember 2011 einem Zinsrisiko aus unseren Finanzierungstätigkeiten ausgesetzt (weitere Informationen zu den einzelnen Instrumenten sind in Textziffer (18b) enthalten). Während all unsere begebenen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 2,2 Mrd. € und unsere Privatplatzierungen in den USA mit einem Volumen von 1,25 Mrd. US$ einen festen Kupon aufweisen, beinhaltet das Schuldscheindarlehen (SSD) von insgesamt 697 Mio. € eine variabel verzinsliche Tranche in Höhe von 547,5 Mio. €, die ein Cashflow-Risiko begründet, da die Zinszahlungen auf dem gültigen EURIBOR basieren. Dasselbe gilt für das variabel verzinsliche zusätzliche Darlehen in Höhe von 100 Mio. €. 

Aktienkursrisiko

Das Aktienkursrisiko ist das Risiko eines Verlusts infolge nachteiliger Veränderungen auf den Aktienmärkten. Wir sind diesem Risiko in Bezug auf unsere börsennotierten Eigenkapitalinstrumente (2011: 39 Mio. €; 2010: 28 Mio. €) und unsere anteilsbasierten Vergütungsprogramme ausgesetzt (Angaben zum Risiko aus diesen Plänen enthält Textziffer (28)). 

Kreditrisiko

Ein Kreditrisiko entsteht, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen zur Rückzahlung oder zur Bedienung von Schulden nicht nachkommt und es dadurch zu einem wirtschaftlichen Verlust des eingesetzten Kapitals oder des mit dem Kapitaleinsatz verbundenen finanziellen Nutzens kommt.

Zur Reduzierung des Kreditrisikos aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Geldanlagen haben wir die folgenden Vereinbarungen getroffen:

  • eine Vereinbarung mit einem Versicherer zur Absicherung von Teilen unserer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Kreditrisiken;
  • die Gewährung von Rechten an Sicherheiten für bestimmte Investitionstätigkeiten in Höhe des vollen Anlagebetrags, die wir nur geltend machen können, wenn ein Kontrahent einer Anlage ausfällt.

Mit Ausnahme dieser Transaktionen haben wir keine wesentlichen Vereinbarungen zur Reduzierung des Gesamtkreditrisikos, wie beispielsweise Globalverrechnungsabkommen, geschlossen. Daher entspricht – abgesehen von den oben genannten Vereinbarungen – das maximale Kreditrisiko dem Gesamtbetrag der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, kurzfristigen Geldanlagen, Ausleihungen und sonstigen finanziellen Forderungen und derivativen finanziellen Vermögenswerte.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken entstehen aus der Unfähigkeit, finanzielle Verpflichtungen, beispielsweise gegenüber Lieferanten oder Mitarbeitern, zu erfüllen. Die nachstehende Tabelle zeigt eine Fälligkeitsanalyse der vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten aller unserer zum 31. Dezember 2011 bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten. Die in nachstehender Tabelle gezeigten finanziellen Verbindlichkeiten, für die vom Vertragspartner jederzeit eine Rückzahlung verlangt werden kann, sind dem frühesten Fälligkeitstermin zugewiesen. Die variablen Zinszahlungen wurden mit dem letzten vor dem 31. Dezember 2011 festgelegten maßgeblichen Zinssatz berechnet. Da wir unsere Derivate brutto ausgleichen, zeigen wir separat die mit unseren Fremdwährungs- und Zinsderivaten verbundenen Zahlungsausgänge und -eingänge – unabhängig davon, ob das Derivat einen negativen Zeitwert aufweist oder nicht. Die Zahlungsabflüsse für die Fremdwährungsderivate werden mit dem entsprechenden Terminkurs umgerechnet. 

Die Cashflows für noch nicht erfasste, aber vertraglich vereinbarte finanzielle Verpflichtungen gehen aus Textziffer (24) hervor. 

Restlaufzeiten finanzieller Verbindlichkeiten und finanzieller Vermögenswerte

Mio. €

Buchwert Vertragliche Zahlungsströme
 
  31.12.2011 2012 2013 2014 2015 2016 nach 2016
 
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten              
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –727 –727 0 0 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten –4.034 –1.264 –687 –840 –276 –495 –792
Summe nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten –4.761 –1.991 –687 –840 –276 –495 –792
               
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten und Vermögenswerte              
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten              
Fremdwährungsderivate ohne designierte Sicherungsbeziehung –179            
Zahlungsmittelabfluss   –2.887 –10 –10 –10 –10 –40
Zahlungsmittelzufluss   2.797 0 0 0 0 0
Fremdwährungsderivate mit designierter Sicherungsbeziehung –34            
Zahlungsmittelabfluss   –569 –50 0 0 0 0
Zahlungsmittelzufluss   534 49 0 0 0 0
Zinsderivate mit designierter Sicherungsbeziehung –8            
Zahlungsmittelabfluss   –9 –5 –3 0 0 0
Zahlungsmittelzufluss   6 3 1 0 0 0
             
Derivative finanzielle Vermögenswerte              
Fremdwährungsderivate ohne designierte Sicherungsbeziehung 118            
Zahlungsmittelabfluss   –2.172 0 0 0 0 0
Zahlungsmittelzufluss   2.281 0 0 0 0 0
Fremdwährungsderivate mit designierter Sicherungsbeziehung 4            
Zahlungsmittelabfluss   –82 0 0 0 0 0
Zahlungsmittelzufluss   87 0 0 0 0 0
Summe derivative finanzielle Verbindlichkeiten und Vermögenswerte –99 –14 –13 –12 –10 –10 –40

Restlaufzeiten finanzieller Verbindlichkeiten und finanzieller Vermögenswerte

Mio. €

Buchwert
 
Vertragliche Zahlungsströme
 
31.12.2010 2011 2012 2013 2014 2015 nach 2015
 
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –699 –699 0 0 0 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten –4.445 –145 –2.220 –667 –824 –253 -695
Summe nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten –5.144 –844 –2.220 –667 –824 –253 –695
 
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten und Vermögenswerte
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Fremdwährungsderivate ohne designierte Sicherungsbeziehung –109
Zahlungsmittelabfluss –883 –9 –9 –9 –9 –42
Zahlungsmittelzufluss 852 0 0 0 0 0
Fremdwährungsderivate mit designierter Sicherungsbeziehung –27
Zahlungsmittelabfluss –360 –38 0 0 0 0
Zahlungsmittelzufluss 333 36 0 0 0 0
Zinsderivate mit designierter Sicherungsbeziehung –10
Zahlungsmittelabfluss –12 –9 –5 –3 0 0
Zahlungsmittelzufluss 5 4 2 1 0 0
 
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Fremdwährungsderivate ohne designierte Sicherungsbeziehung 80
Zahlungsmittelabfluss –4.502 0 0 0 0 0
Zahlungsmittelzufluss 4.590 0 0 0 0 0
Fremdwährungsderivate mit designierter Sicherungsbeziehung 3
Zahlungsmittelabfluss –62 0 0 0 0 0
Zahlungsmittelzufluss 64 0 0 0 0 0
Summe derivative finanzielle Verbindlichkeiten und Vermögenswerte –63 25 –16 –12 –11 –9 –42

Der Rückgang der Zahlungsmittelabflüsse für unsere nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten im Vergleich zum Jahresende 2010 ist hauptsächlich auf die vorzeitige Rückzahlung des Akquisitionsdarlehens in Höhe von 1 Mrd. € zurückzuführen, während auf unsere Finanzierungsaktivitäten 2011 lediglich ein Betrag von 580 Mio. € entfiel. Weitere Informationen hierzu enthält Textziffer (18b)

Overview